Kann man Aronia roh essen?

 Diese Frage landet immer wieder auf unserem Tisch. Grund genug, hierzu Stellung zu nehmen.

Denn einst ging die Meldung durch die Presse, dass man frische Aroniabeeren nicht essen sollte, da der Anteil gebundener Blausäure zu hoch sei um sie roh zu verzehren.

Doch es dauerte nicht lange und diese Ente wurde durch den Verbraucherdienst für Landwirtschaft und Ernährung und durch eine Veröffentlichung des Bundesinstitutes Max Rubner widerrufen und die Sache richtig gestellt.

Kann man also Aroniabeeren roh essen?  

Seit Jahren wird an und über die Aroniabeere geforscht. Was macht sie so besonders, und was sollte man beim roh verzehren der Aronia beachten?

Also die Aroniabeere enthält sehr viele Vitamine, jede Menge Mineralstoffe und vor allem ein Feuerwerk an Antioxidantien. Dies ist wissenschaftlich erforscht und nachgewiesen.

Deshalb erfreut sich der Aroniasaft als tägliches Getränk immer größerer Beliebtheit.

Und was hat es dann mit den rohen Beeren auf sich?

Das ist schnell erklärt.

Wie viele andere Beeren auch (z. B. die Heidelbeere) enthalten die Kerne der Aroniabeere geringe Mengen an Blausäure. Wenn Sie also Aronia roh verzehren, gelangen diese kerne in ihren Körper. Aber es kann Entwarnung gegeben werden: die Menge an Blausäure ist sehr gering, wir müssten schon Unmengen und da wohl täglich essen, damit es überhaupt zu einer Reaktion kommen könnte. Hochrechnungen kommen hierbei auf eine Menge von 4kg frischen Aroniabeeren, damit eine gesundheitsgefährdende Dosis erreicht werden kann. Des Weiteren werden die kleinen Kerne beim Kauen nicht zerdrückt, was die Freisetzung von Blausäure verhindert oder zumindest verringert.

Und wieviel Blausäure ist nun enthalten? 

Nach Literaturangaben enthalten 100 g  frische, rohe Aroniabeeren 11-20 mg des cyanogenen Gycosides Amygdalin d.h. etwa 0,6-1,2 mg gebundene Blausäure [2,3]. Dabei ist zu vermuten, dass der größte Anteil in den kleinen Kernen vorliegt, die beim Kauen sicher nicht vollständig zerkleinert werden. Eine einzelne Literaturstelle gibt einen Gehalt an freier Blausäure von 1,57 mg pro 100 g Beeren an. […] Zum Vergleich: Der Blausäuregehalt von süßen Aprikosenkernen, die als Snack angeboten werden, liegt im Mittel bei 2,4 mg pro 100 g.

 

Rohe Aroniabeeren – giftig oder nicht?

 Wie wir nun feststellen, ist die Menge an Blausäure unbedenklich. Letztenendes ist es mit allem anderen auch, man isst was einem gut tut. Was den Konsum von rohen Aroniabeeren etwas einschränken könnte, ist der ungewohnte Geschmack. Mit einer frischen Beere nehmen Sie die volle Menge an Ihnhaltsstoffen zu sich, und die Aronia hat natürlicherweise einen herben Nachgeschmack. Dieser geht allerdings durch Einfrieren der Beeren verloren. Aber auch an das gewöhnt man sich mit der Zeit. Das Wichtigste beim Naschen vom Strauch ist, dass Sie nur reife Früchte essen. Unreife Beeren schmecken unter Umständen sehr bitter. Sie erkennen essbare Früchte daran, dass die Beeren vollends dunkelrot im Inneren sind. Lassen sich noch grüne Flecken erkennen, schenken Sie ihren Sträuchern noch 2-3 sonnige Tage, danach sind ihre Beeren bereit vernascht zu werden.

 

Sollten Sie nun alles in allem immer noch unsicher sein, was rohe Aroniabeeren angeht, dann greifen Sie lieber auf unsere getrockneten Naschbeeren oder dem allseits beliebten Aroniasaft zurück.

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